Goesdorf ist der Gemeindehauptort und die drittgrösste Ortschaft der Gemeinde mit 240 Einwohnern. Hier befindet sich das Gemeindeverwaltungsgebäude. Der Ortsname Goesdorf hieß früher Gießdorf, herkommend von den Antimonerzgruben, welche in direkter Nähe der Ortschaft liegen. Seit 1998 wurde die Antimonmine durch einen Lehrpfad wieder bekannt. Im früheren Garten des renovierten Pfarrhauses wurde ein Gedenkstein für die im zweiten Weltkrieg gefallenen amerikanischen Soldaten errichtet. Im Jahre 1870 wurde die heutige Kirche der Heiligen Kreuz -Pfarrei Goesdorf erbaut.
Geschichtliches über Goesdorf
Der Raum um Goesdorf zählt zweifellos zu den ältesten Siedlungsgebieten des
Öslings. Die ungünstige Höhenlage sowie die eher nachteilige Bodenformation waren jahrhundertelang siedlungsfeindliche Faktoren. Erst mit dem Erscheinen der Kelten dürfte auch das Ösling allmählich besiedelt worden sein. Wegen der historischen Funde aus der Römerzeit kann die Besiedelung Goesdorfs um die Zeit von Cäsars gallischem Krieg (58-50 v.Chr.) angesiedelt werden.
In den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung ist anzunehmen, dass am Ort genannt „op Mecher“ bereits eine römische Villa stand. Die angrenzende Siedlung wurde „vicus prope villam“ (Weiler nahe beim Landhaus) benannt.
Ein Wahrzeichen von Goesdorf war seit jeher das Antimonerz, auch Spiessglanz genannt. Dieses Erz wurde geschmolzen und anschliessend gegossen, woher der Name „Ge’ssdoerf“ bekannt wurde. Im deutschen Sprachgebrauch hätte die Ortschaft eigentlich „Giessdorf“ heissen müssen, irrtümlicherweise aber wurde der Name mit „Goesdorf“ übersetzt. In der luxemburgischen Sprache besteht der richtige Name „Géisdoerf“ allerdings bis heute weiter.
Seit dem XI Jahrhundert stand das Dorf mit seinen Gütern unter der Herrschaft der Grafen von Esch an der Sauer. Um das Jahr 1291 erlosch das Grafengeschlecht mit Godfrid IV von Esch an der Sauer, so dass die Güter und Rechte um die Mitte des 14. Jahrhunderts an die Familien von Kronenburg-Rodemacher, Falkenstein und Brandenburg fielen. Das Viertel, das Brandenburg innehatte, kam je zur Hälfte an Orley-Wachenheim und Bourscheid-Clerf.
1795 (25. fructidor Jahr 3) wurde die Gemeinde Goesdorf mit ihren heutigen Sektionen durch Beschluss des „Comité de Salut Public de la République une et indivisible“, dem Kanton Wiltz zugeteilt. Als Gemeindehauptort wurde die Ortschaft Goesdorf bestimmt. Die Schaffung einer neuen, eigenen Gemeinde, brachte auch die Ernennung eigener Gemeinderatsmitglieder, damals Munizipalräte genannt, mit sich. Am 06.03.1803 wurden die Munizipalräte der Gemeinde Goesdorf ernannt:
• FAUTSCH Adam
• GENGLER Mathieu
• LANNERS Nicolas
• MEYERS Mathieu
• PAULY Guillaume
• PETERS Nicolas
• REDING Pierre
• REISEN Gregoire
• SONTAG Michel |
48 Jahre
52 Jahre
58 Jahre
47 Jahre
40 Jahre
50 Jahre
60 Jahre
38 Jahre
48 Jahre |
Erster Bürgermeister der Gemeinde Goesdorf war LANNERS Nicolas aus Goesdorf.